„Deutschlands alte Bäume“, „Bäume, die Geschichten erzählen“ und „Unsere 500 ältesten Bäume“ von Uwe Kühn, Stefan Kühn und Bernd Ullrich sowie der Bildband der „Kokufu-ten 2009“

Kühn u.a.: Deutschlands alte BäumeKühn u. a.: Bäume, die Geschichten erzählen Ullrich u. a.: Unsere 500 ältesten Bäume

 

 

 

 

 

 

 

Das Autorentrio der Brüder Kühn mit dem Fotografen Bernd Ullrich initiierten 1996 das  „Deutsche Baumarchiv“, in dem die „schönen, alten und 1000-jährigen Bäume in Deutschland“ dokumentiert werden sollten. Das umfangreichste und neuste, wenn auch vom Format kleinste Buch ist der Naturführer „Unsere 500 ältesten Bäume“. In ihm werden die geografische Lage und die Biografie der eindrucksvollsten deutschen Bäume dargestellt. Das Buch erhebt den Anspruch, nahezu lückenlos die Literatur zu diesem Thema verarbeitet und flächendeckend recherchiert zu haben. Die Fülle des dargebotenen Materials lässt mich glauben, dass die Autoren nicht übertrieben haben. Mit diesem Buch lässt sich wunderbar von Baum-Veteran zu Baum-Methusalem reisen, begleitet von interessanten Geschichten dieser Wesen und der Menschen, die lange vor uns mit ihnen lebten.
Um sich mit einzelnen Bäumen noch genauer zu beschäftigen und um größere Fotos zu haben, ist ebenfalls in diesem Jahr der Bildband „Bäume, die Geschichten erzählen“ erschienen. Zu 100 Bäumen gibt es historische Hintergründe und große Fotos auf gut 160 Seiten im doppelten Format des eben beschriebenen Buches. Dieser Bildband mit seinen geschichtsträchtigen Texten und romantischen Bildern ist eine schöne Ergänzung zum Naturführer, wenn man seine Reise zu den Bäumen vorbereiten oder erinnern möchte.
Der Vorgänger dieser beiden Bücher (Erstausgabe 2002) ist 2007 in der fünften, erweiterten Auflage erschienen. „Deutschlands alte Bäume“ ist mit 200 Bäumen ein Bildband, der die Standorte und interessante Details ihrer Geschichte mit schönen Fotos darstellt. Dieses Buch war bis zur Neuerscheinung der beiden beschriebenen Bücher die Schatzkarte aller Baumfans. Wer etwas zum blättern für lange Winterabende und seinen Deutschlandurlaub sucht, findet eine große Auswahl großartiger lebender Naturdenkmale.

Kokufu 83 – der Bildband zur Kokufu-ten 2009Wacholder auf der Kokufu-ten 2009 Die Brüder Kühn haben sich ganz bewusst in den Grenzen Deutschlands bewegt – die will ich nun verlassen. Es ist wohl nicht nötig, die Ausstellungsbände der Kokufu-ten vorzustellen. So bin ich dazu übergegangen, einzelne Bonsai, die ich für bemerkenswert halte, auszuwählen und meine Gedanken aufzuschreiben. Das Motto dieser Rezension ist ja die Individualität der Bäume und fast jeder der etwa 500 abgebildeten Bonsai ist eine unteilbare Gesamtheit seiner besonderen Eigenschaften, um hier eine Definition vorzuschlagen. Das Besondere im Bonsai ist bekanntlich, dass die Schale und die Aufstellung mit zu der „Bonsai-Persönlichkeit“ gehören. Beim Chin. Wacholder auf Seite 60 scheint mir die wunderbare Kombination von Baum-Schale-Tisch besonders gelungen. Es ist kein „Important Bonsai Masterpiece“, aber ein klar aufgebauter und doch elegant feinsinniger Bonsai. Warum? Beginnen wir mit dem Stamm. Er ist gänzlich gespalten, eher leicht und wächst flankiert von zwei Saftbahnen in zuerst größeren dann schärferen Bögen aus dem moosigen Boden einer flachen, runden, dunkelbraunen Schale, die mit ihrem ausgezogenen Rand an eine Blüte erinnert. Auf einem Drittel der Höhe des Stammes teilt sich dieser in die drei Kronenbereiche. Links ein Gegengewichtsast, rechts der die Richtung vorgebende Sashi-eda und darüber die Spitze, die an die äußerst reduzierte Krone eines Bunjin erinnert. Folgt man der Linienführung mit den Augen, ergibt sich eine rhythmische Schwingung, eine Bewegung, die mal schneller, mal langsamer verläuft und immer wieder neue Abzweigungen findet. Auch der Umriss und die Negativräume sind locker, elegant, ohne harte Brüche. Dadurch wirkt die Krone insgesamt transparent und leicht. Die drei Grünbereiche sind eigenständig und trotzdem miteinander verbunden – etwa, wenn der Hauptast der Bunjin-Krone gleichzeitig den Spitzenast des darunter befindlichen  Grünbereiches ergänzt. Die Leichtigkeit, die im Kontrast zur Dramatik der weiten Totholzbereiche steht, wird noch durch den hohen, weiten und leichten Tisch unterstützt, dessen Füßchen tatsächlich auf Zehenspitzen zu stehen scheinen.

{ln:Deutschlands alte Bäume '„Deutschlands alte Bäume“}. Kühn, U.u.S., Ullrich, B. 192 Seiten. 24 cm x 30 cm,  farbig, Hardcover, 29,90 Euro.

{ln:Bäume, die Geschichten erzählen '„Bäume, die Geschichten erzählen“}. Kühn, U.u.S., Ullrich, B. 160 Seiten. 24cm x 30cm,  farbig, Hardcover, 29,90 Euro.

{ln:Unsere 500 ältesten Bäume '„Unsere 500 ältesten Bäume“}. Kühn, U.u.S., Ullrich, B. 320 Seiten. 17 cm x 21 cm, farbig, Softcover, 19,95 Euro.

{ln:Kokufu 83 (Japan-Import) '„Kokufu-Bildband 83“}. Ausstell. 2009. 288 Seiten. 26 cm x 25 cm, durchweg farbig, Hardcover, Schuber, 99,00 Euro.

Erschienen in {ln:BONSAI ART 097 'BONSAI ART 97}