
Reines Akadama ist in Japan das Substrat, mit dem überwiegend gearbeitet wird. Aufgrund der klimatischen Unterschiede zu unseren Breiten sollte jedoch einiges beachtet werden.
Gerade in harten Wintern sollten Bonsai, die in reinem Akadama stehen, einen möglichst frostfreien Standort haben. Gefrierendes Wasser dehnt sich schließlich aus und kann so die einzelnen Teile des Substrates „sprengen“, wodurch Akadama im Laufe der Zeit sein Porenvolumen verliert. Je nach Frostintensität und Güte des Akadama läuft dieser Prozess schneller oder langsamer ab. Mit zunehmendem Alter von Akadama lässt somit die Luft- und Wasserführung deutlich nach, mit entsprechend negativen Auswirkungen für die Wurzelatmung bzw. für das Wurzelwachstum. Die Folge ist eine Schädigung des Bonsai, die bis zum Absterben führen kann. Wird dieser Schaden bemerkt, sollte unverzüglich umgetopft werden.

Wir produzieren im Hochsommer Stecklinge. Dabei werden krautige Pflanzenteile (ohne Wurzeln) von Mutterpflanzen geschnitten und im Folientunnel dazu genötigt, Wurzeln zu produzieren. Warum sollte dann ein Bonsai nicht auch neue Wurzeln bilden?
Auch das Umtopfen im Dezember ist besser, als den Baum in verdichtetem Akadama noch bis zum Frühjahr leiden zu lassen. Nach dem Umtopfen ist unbedingt für einen frostfreien Standort zu sorgen. Ich würde einen Ahorn lieber zu Weihnachten umtopfen und ihn anschließend frostfrei stellen, als das Risiko einzugehen, dass im April alle Wurzeln abgefault sind.

Dieser Artikel erschien in der {ln:BONSAI ART 117 'BONSAI ART 117}