Im selben Jahr begann er, bei Asao Takashima in dessen Töpferstudio „Heian Touen“ in Kyoto in die Lehre zu gehen. 1978 wurden Gassans Werke für die Kyoto Kunsthandwerksausstellung
ausgewählt. Im Jahr 1990 richtete er seine eigene Töpferei in einem modernisierten alten Haus in Kyotanba ein, einer ländlichen Gegend in der Präfektur Kyoto, nahe dem Japanischen Meer.
Nachdem Gassan zunächst lediglich Geschirr herstellte, entdeckte er später sein Interesse an Bonsai und begann daher, nebenbei auch Bonsai-Schalen in Shohin-Größe anzufertigen. In der Regel arbeitet er mit Gipsformen, in die er den Ton hineindrückt, eine Technik, die eine gewisse Präzision ermöglicht, aber dennoch die Ausstrahlung der Handarbeit aufweist. Seine Frau, eine versierte Künstlerin, versieht viele seiner Porzellangefäße mit detaillierten indigoblauen Bemalungen.
Das Ehepaar Nagata wird von der reichen Natur Kyotanbas zu ihren Motiven inspiriert und lebt seine Leidenschaft für die Töpferei gemeinsam aus. Die gezeigte Schale hat am 5 mm breiten oberen Rand einen Durchmesser von 6,7 cm und eine Höhe des Schalenkörpers von 1,7 cm, plus drei 7 mm hohe Füßchen, die nach unten spitz zulaufen. Hergestellt wurde sie aus einem feinen, hellroten Ton, der zunächst mit einer mattweißen Glasur überzogen wurde. Die in Rot mit kleinen grünen Akzenten ausgeführte Bemalung zeigt auf zwei Seiten je eine Blüte und angedeutete Ranken, dazwischen ein Schlangenlinienmuster, das aus einem roten rechteckigen Feld herausgekratzt wurde. Die Malerei wurde im letzten Arbeitsschritt mit einer transparenten Glasur überzogen.
Ein Laub-Bonsai in Mame-Größe oder eine kleine Akzentpflanze könnte sehr gut in dieses Schälchen gepflanzt werden. (HvG)